10 VON 16 UMWELTKATEGORIEN: PLASTIKSTROHHALME SCHNEIDEN BESSER AB ALS PAPIER
Jahrelang galt der Plastikstrohhalm als Umweltsünder. Papier sollte die bessere Alternative sein.
Doch eine aktuelle Untersuchung aus Südkorea liefert überraschende Ergebnisse.
Im Auftrag des dortigen Umweltministeriums wurden vier verschiedene Arten von Einwegstrohhalmen untersucht: herkömmliches Plastik, Papier, biologisch abbaubarer Kunststoff und Kunststoff aus pflanzlichen Rohstoffen.
Dabei betrachteten die Forscher den gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Entsorgung.
Das Ergebnis: Gewöhnliche Plastikstrohhalme verursachten in 10 von 16 untersuchten Umweltwirkungskategorien die geringsten Belastungen.
Dazu gehörten unter anderem die Auswirkungen auf das Klima, die Feinstaubbelastung und bestimmte Schadstoffwirkungen.
Papierstrohhalme schnitten in mehreren Bereichen deutlich schlechter ab. Beispielsweise war ihr berechneter Beitrag zur Umweltversauerung rund doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Plastikstrohhalmen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass Plastik grundsätzlich umweltfreundlich ist. Die langfristigen Probleme durch Plastikmüll in der Natur bleiben bestehen. Außerdem hängen die Ergebnisse von den untersuchten Entsorgungsbedingungen ab.
Die Forscher empfehlen deshalb, den Verbrauch von Einwegstrohhalmen insgesamt zu reduzieren, statt einfach nur ein Material durch ein anderes zu ersetzen.
Trotzdem wirft das Ergebnis eine interessante Frage auf:
Haben wir uns bei der Suche nach umweltfreundlichen Alternativen manchmal zu sehr auf das Material konzentriert und zu wenig auf die tatsächliche Umweltbilanz?
Was meint ihr? Lieber Plastikstrohhalme, Papierstrohhalme oder möglichst ganz darauf verzichten?
Quellen: The Chosun Daily, 09.10.2026; SBS News, 21.10.2026; The Korea Herald,