Mehmet Karakolcu2026-10-29T08:21:04+01:00Nach fast 20 Jahren soll das Elterngeld in Deutschland erstmals erhöht werden. Doch die Bundesregierung plant gleichzeitig neue Regeln, die für viele Familien erhebliche Auswirkungen haben könnten.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat am 28. Oktober 2026 überarbeitete Reformpläne vorgestellt.
Das ist vorgesehen:
• Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro monatlich steigen.
• Der Höchstbetrag soll von 1.800 auf 1.900 Euro monatlich steigen.
• Die Bezugsdauer soll weiterhin bis zu 14 Monate betragen. Eine ursprünglich geplante Kürzung auf zwölf Monate ist damit vorerst vom Tisch.
• Neu ist allerdings, dass bei Paaren künftig jeder Elternteil mindestens vier Monate übernehmen soll, um gemeinsam die vollen 14 Monate Basiselterngeld ausschöpfen zu können. Bisher waren dafür jeweils zwei Monate erforderlich.
Auch bei der Berechnung soll sich einiges ändern.
In den vier fest reservierten Monaten pro Elternteil sollen künftig 80 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens berücksichtigt werden, in den übrigen sechs Monaten dagegen nur noch 50 Prozent. Dabei gelten weiterhin Höchstgrenzen.
Das bedeutet: Nicht jede Familie würde automatisch mehr Geld bekommen. Je nachdem, wie Mutter und Vater die Betreuung aufteilen und wie hoch ihr Einkommen ist, könnte die Reform auch finanzielle Nachteile bringen.
Die Bundesregierung möchte damit erreichen, dass sich Väter stärker an der Kinderbetreuung beteiligen.
Die Änderungen sind allerdings noch nicht beschlossen. Der Gesetzentwurf befindet sich in der regierungsinternen Abstimmung. Wann die neuen Regeln gelten könnten, ist noch offen.
Was meint ihr? Ist es richtig, dass Eltern künftig jeweils mindestens vier Monate übernehmen sollen, oder sollte jede Familie selbst entscheiden dürfen, wie sie die Elternzeit aufteilt?
Quellen: Tagesschau, 28.10.2026; MDR Aktuell
Bild: KI-Symbolbild.