Mehmet Karakolcu2026-10-06T13:24:23+02:00Der Führerschein kostet in Deutschland inzwischen durchschnittlich rund 3.400 Euro. Die Bundesregierung will deshalb die Fahrausbildung grundlegend verändern.
Ein besonders weitreichender Punkt: Fahrschüler sollen künftig zusätzliche Fahrpraxis mit einer nahestehenden Person sammeln können, zum Beispiel mit den Eltern.
Diese privaten Übungsfahrten sollen die Fahrschule nicht ersetzen, sondern die professionelle Ausbildung ergänzen. Voraussetzung soll unter anderem sein, dass die Theorieprüfung bereits bestanden wurde. Die Bundesländer sollen das Modell zunächst erproben können.
Auch beim Theorieunterricht soll sich einiges ändern. Das Wissen könnte künftig vollständig digital, beispielsweise über eine App, vermittelt werden. Außerdem soll der Fragenkatalog für die Theorieprüfung kleiner werden.
Bei den vorgeschriebenen Sonderfahrten soll ebenfalls gelockert werden. Fahrten über Land, auf der Autobahn und bei Dunkelheit bleiben Bestandteil der Ausbildung, eine feste Anzahl soll aber nicht mehr vorgeschrieben werden. Wie viel Training notwendig ist, soll stärker vom individuellen Können abhängen.
Genau darüber wird gestritten. Befürworter erwarten niedrigere Kosten und mehr Flexibilität. Fahrlehrerverbände warnen dagegen davor, bei der Ausbildung und Verkehrssicherheit zu sparen.
Noch ist die Reform nicht endgültig beschlossen. Der Bundestag berät über den Gesetzentwurf.
Was meint ihr: Würdet ihr eure Kinder selbst Fahrpraxis sammeln lassen, wenn dadurch der Führerschein günstiger wird?
Quelle: Deutscher Bundestag, Bundesregierung
Stand: 06.10.2026