ABNEHMSPRITZE SCHON FÜR KINDER? NEUE LEITLINIE SORGT FÜR DISKUSSIONEN
ABNEHMSPRITZE SCHON FÜR KINDER? NEUE LEITLINIE SORGT FÜR DISKUSSIONEN
Medikamente wie die sogenannten Abnehmspritzen spielen inzwischen auch bei der Behandlung stark adipöser Kinder und Jugendlicher eine Rolle.
Eine neue deutsche Leitlinie zur Behandlung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen berücksichtigt diese Medikamente stärker als bisher. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder mit ein paar Kilo zu viel künftig einfach eine Abnehmspritze bekommen sollen.
Solche Medikamente kommen nur bei medizinisch begründeter Adipositas und unter fachärztlicher Betreuung infrage. Sie sollen außerdem nicht allein eingesetzt werden, sondern Teil einer umfassenden Behandlung mit Ernährungs, Bewegungs und Verhaltenstherapie sein.
Je nach Wirkstoff gelten unterschiedliche Altersgrenzen und Voraussetzungen. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass gerade bei jungen Menschen noch Fragen zur langfristigen Anwendung offen sind, beispielsweise hinsichtlich Wachstum und Pubertätsentwicklung.
Wie relevant das Thema ist, zeigen ältere Daten des Robert Koch Instituts: In der KiGGS Erhebung waren 15,4 Prozent der 3 bis 17 Jährigen übergewichtig und 5,9 Prozent adipös. Wichtig dabei: Diese Zahlen stammen aus den Jahren 2014 bis 2017 und bilden nicht automatisch die heutige Situation ab.
Die Debatte dürfte viele Eltern beschäftigen: Können solche Medikamente für Kinder mit schwerer Adipositas eine wichtige zusätzliche Behandlungsmöglichkeit sein oder sollte man bei Minderjährigen besonders zurückhaltend damit umgehen?
Was meint ihr?
Quelle: AWMF, Robert Koch Institut
Stand: 05.10.2026