KINDERHILFSWERK KRITISIERT STEUERVORTEILE FÜR GUTVERDIENENDE
Gleiche Kinder, aber unterschiedlich hohe staatliche Entlastung für ihre Eltern?
Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert die geplante Einkommensteuerreform der Bundesregierung scharf und bezeichnet den Kinderfreibetrag als seit Langem sozial ungerecht.
Der Grund: Während Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen überwiegend vom Kindergeld profitieren, kann der steuerliche Kinderfreibetrag für Eltern mit hohen Einkommen eine größere Entlastung bringen.
Besonders brisant ist eine Berechnung, auf die sich das Kinderhilfswerk beruft.
Demnach könnte der maximale monatliche Vorteil durch die steuerlichen Freibeträge gegenüber dem Kindergeld bis 2028 auf 151 Euro anwachsen. Derzeit liegt dieser Unterschied laut der zitierten Studie bei maximal 127 Euro.
Über die ersten 18 Lebensjahre eines Kindes hochgerechnet ergibt sich daraus eine Differenz von mehr als 32.000 Euro.
Wichtig: Gutverdienende Eltern erhalten nicht einfach 32.000 Euro zusätzliches Kindergeld. Es handelt sich um eine Modellrechnung zur unterschiedlichen steuerlichen Entlastung.
Die Bundesregierung plant gleichzeitig, das Kindergeld von derzeit 259 Euro auf 267 Euro monatlich im Jahr 2027 und auf 272 Euro im Jahr 2028 zu erhöhen.
Auch der Kinderfreibetrag soll steigen.
Das Kinderhilfswerk befürchtet jedoch, dass sich dadurch die finanzielle Ungleichbehandlung von Familien weiter verschärfen könnte.
Am 8. Oktober wurde die Reform erstmals im Bundestag beraten. Beschlossen ist sie noch nicht.
Was meint ihr: Sollte jedes Kind unabhängig vom Einkommen seiner Eltern zu einer gleich hohen finanziellen Entlastung führen oder ist eine höhere Steuerersparnis bei höherem Einkommen gerechtfertigt?
Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Bundestag, 08.10.2026
Stand: 09.10.2026